Die britische Teekultur ist ganz schön komplex und Nachmittagstee nicht gleich Nachmittagstee. Bei uns spricht man ja gerne vom Five o’clock Tea, aber diesen Ausdruck benutzt in Großbritannien niemand. Dafür unterscheidet man auf der Insel zwischen:

  • Cream Tea
  • Low Tea
  • Champagne Afternoon Tea
  • High Tea

Was sich genau dahinter verbirgt, erfährst Du hier:

Der Cream Tea

Cream Tea, die Basis-Version der britischen Teekultur, besteht aus Tee, Scones (süßen Brötchen), Clotted Cream (Streichrahm) und Erdbeerkonfitüre.

Ursprünglich stammt diese Form des Afternoon Teas aus den Grafschaften Devon und Cornwall, aber heute findet man sie in ganz Großbritannien.

Genauso wie über die bekannte MIF oder TIF Streitfrage, d.h. ob in die Tasse Tee zuerst die Milch (“Milk-in-first”) oder zuerst der Tee gehört (“Tea-in-first”), kann man auch darüber diskutieren, ob auf den Scone zuerst die Sahne oder die Marmelade gehört.

Es gibt darauf natürlich keine richtige Antwort und die Vorlieben sind eher regional bedingt: in Cornwall entscheidet man sich erst für die Marmelade und dann den Rahm, in Devon ist es andersherum.  

Der traditionelle Afternoon Tea

Der Traditional Afternoon Tea besteht aus den gleichen Zutaten wie der Cream Tea , d.h. Scones, Clotted Cream und Konfitüre. Hinzu kommt jedoch noch etwas Herzhaftes (sogenannte Savouries), wie Lachs oder Gurken-Sandwiches und süßes Teegebäck in Form von Biskuits und Shortbread.

Serviert wird der Afternoon Tea zwischen 15 und 16 Uhr. Da er traditionsgemäß an einem einem niedrigen Teetisch eingenommen wird, nennt man ihn auch Low Tea.

In den Grand Hotels der Welt werde die Zutaten des Afternoon Teas häufig auf einer Etagere angerichtet. Ein Tipp für die richtige Reihenfolge beim Verzehr: die Regel lautet, von salzig nach süß.

Man startet mit den  Sandwiches, dann die Scones und schließt den Afternoon Tea mit dem süßen Teegebäck.

Der Champagne Afternoon Tea

Reicht man zum Afternoon Tea noch ein Glas Champagner, dann wird daraus ein Champagne Afternoon Tea. Diese moderne Variante des Nachmittagstees erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Der High Tea

Der High Tea ist ein Afternoon Tea, der eher einem kompletten Abendessen gleicht. Er wird daher auch erst später, zwischen 17 und 19 Uhr serviert. 

View this post on Instagram

Here's to high teas on the Nile! #SofiteWorld

A post shared by Sofitel Winter Palace Luxor (@sofitelwinterpalace) on

Diese Form des Nachmittagstees nennt sich High Tea, weil der Tee im Gegensatz zum niedrigen Teetisch an einem höheren Esstisch eingenommen wird.

Der High Tea als frühes Abendessen hat seinen Ursprung in der Arbeiterklasse des 19. Jahrhunderts. Während der Adel die nachmittägliche Tea Time genoß, konnte die Arbeiterklasse erst abends, nach getaner Arbeit eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Daher fällt der High Tea mit Sandwiches, Pies und Braten auch herzhafter aus.

Der Afternoon Tea & die richtige Etikette

Wer glaubt, dass beim Genuß der britischen Teekultur jetzt nichts mehr schief gehen könne, dem sei gesagt, daß es doch noch einige Feinheiten zu beachten gilt. Keinesfalls sollte man zum Beispiel den Tee kreisförmig umrühren oder die Scones gar mit dem Messer teilen.

William Hanson, bekannter britischer Benimm-Experte, zeigt wie man beim Afternoon Tea alles richtig macht.

Avatar
Author

Write A Comment